General Motors und Coskata: Engagement bei Biokraftstoffen
2. Apr 2008
Bei den seit einiger Zeit um sich greifenden Maßnahmen zum Klimaschutz und auch dem neuen Umweltbewußtsein ist die drastische Reduzierung des CO2-Ausstoßes zur Eindämmung der Erderwärmung eines der zentralen Themen. Da es sich bei den USA mit 5.778 Millionen Tonnen produziertem CO2 pro Jahr um das Land mit dem größten CO2-Ausstoß handelt und die Automobilbranche zudem mit zu einem der Hauptverursacher von CO2 zählt, zeigt die Mitte Januar dieses Jahres vereinbarte strategische Partnerschaft von General Motors, zweitgrößter Automobilhersteller der Welt und Coskata, ein aufstrebendes Biokraftstoff-Unternehmen, dass diese Botschaft auch in den Ohren und Köpfen derer angekommen ist, die maßgeblich zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes beitragen können. Neben dem Erwerb von Anteilen an Coskata will General Motors auch Abfälle und nicht recyclebare Autoteile zusteuern.
Coskata wurde im Sommer 2006 von dem indischen IT-Milliardär und Sun-Mitbegründer Vinod Khosla gegründet, die Firma trägt den Namen einer nordwestlich von New York gelegenen Insel. Es gibt in den USA einige Unternehmen, die sich der Umwelttechnik verschrieben haben, Coskata jedoch könnte der Durchbruch bei der Suche nach alternativen Kraftstoffen durchaus gelingen, denn nach eigenen Angaben haben sie es bereits geschafft, einen klimafreundlichen Biokraftstoff für nur rund 25 US-Cent pro Liter zu produzieren.
Was die Automobilmanager jedoch letztlich überzeugte ist nicht das Konzept der Zusammenstellung des Biokraftstoffes, sondern der gleichzeitige Einsatz von Bakterienkulturen – denn diese ermöglichen laut Coskata nicht nur Kosteneinsparungen, sondern auch eine drastische Reduzierung des Energie- und Wasserverbrauches. Die Bakterienkulturen wurden von Forschern der University of Oklahoma gezüchtet und sie sind mittlerweile auch patentiert – Gutachten haben derweil bestätigt, dass die eingesetzten Bakterienkulturen das Verfahren um ein Vielfaches effizienter machen. Demnach können aus zwei kleinen Strohballen knapp 20 Liter Sprit hergestellt werden und aus einem alten Autoreifen rund 25 Liter - die Herstellungskosten sind dabei weniger als halb so hoch, wie die des herkömmlichen Benzins.
Da die Vereinigten Staaten künftig außerdem weniger abhängig von den Ölimporten sein wollen, ist den Biokraftstoffen auch hier der Weg geebnet, denn diese sollen ab 2017 rund 130 Milliarden Liter Benzin im Jahr ersetzt haben. Darüber hinaus werden in den USA die meisten Gelände- und Pritschenwagen verkauft, die als sehr klimaschädlich gelten. Auch hier will General Motors auf Ethanol setzen, denn laut GM-Chef Rick Wagoner sei dies die beste und umweltfreundlichste Lösung für das Klimaproblem und zudem auch eine Lösung, die sofort verfügbar sei. Während die Mitarbeiter von Coskata weiterhin emsig an der Verwirklichung und Umsetzung dieses Durchbruchs arbeiten, stärkt ihnen auch Wagoner den Rücken – man halte das Verfahren von Coskata für einen großen Durchbruch und sei sehr gespannt, wie das Unternehmen die Versorgung mit Biokraftstoffen und die Abhängigkeit der Autoindustrie vom Erdöl verändern wird.

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