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Meeresheizung Europas trotz dem Klimawandel

31. Mrz 2010

Ein Szenario, welches Forscher lange befürchtet haben, schien sich zu verwirklichen. Der Golfstrom könnte durch den Klimawandel zum Erliegen kommen und dadurch Nordeuropa drastisch abkühlen.


Bisher gebe es keine Anzeichen für ein Stocken der europäischen Meeresheizung. Der Ozeanograf Josh Willis schreibt, dass der Golfstrom seit 1993 eine konstante Menge an Wasser führe. Die Strömung hätte sich sogar ein wenig erwärmt und das trotz Klimawandel.

Willis konnte sich bei seinen Aussagen auf Satellitendaten und Bojenmessungen stützen. Dabei konzentrierte er sich auf eine Linie, die sich von Nordportugal bis New York quer durch den Atlantik zieht. Über diese Linie transportiert der Golfstrom 75-mal mehr Wasser nach Norden, als der Amazonas ins Meer spült. Die transportierte Wassermenge von 2002 bis 2009 hat sich laut den Bojendaten nicht verändert. Die Satellitendaten reichen bis 1993 zurück und laut dieser hätte sich der Golfstrom um 20 % verstärkt.

Der Golfstrom inklusive seiner nördlichen Ausläufer bestimmt das europäische Klima. Ohne diese Wärmeenergie des Meeres, die eine Leistung von einer halben Million großer Kernkraftwerke aufweisen, würden hierzulande sibirische Temperaturen herrschen. Diese Fernheizung entspringt im Golf von Mexiko, heizt sich dort auf und wird gelenkt von Winden und der Erddrehung nach Norden gelenkt. Die Theorie besagt, dass es während seiner „Reise“ abkühlt und irgendwo im Nordmeer oder Nordatlantik in die Tiefe sinkt und zurück nach Süden fließt.

Die ozeanische Fernheizung gilt als äußerst sensibel. Erwärmt sich das Meer, könnte es beispielsweise passieren, dass das Ganze ins Stocken geraten könnte. Ein vollständiger Abbruch der Golfstromausläufer würde in Europa vermutlich zu einer deutlichen Abkühlung führen. Kinofilme, wie beispielsweise „The Day After Tomorrow“, haben das bereits auf dramatische Weise beschworen.
2005 schien sich eine solche Katastrophe anzukündigen. Daten von fünf Schiffsexpeditionen zwischen 1957 und 2004 hätten laut britischen Forschern gezeigt, dass der Golfstrom ein Drittel weniger Wasser nach Norden spüle. Dieser Alarm geriet jedoch bald darauf in Kritik. Doch schon zwei Jahre später verkündeten Ozeanforscher erneut das Stocken des Golfstroms.

Laut Willis neuer Studie schienen dies alles Fehlalarme gewesen zu sein, denn nun mehr sei quasi ein Absinken des Golfstroms gar nicht mehr möglich, da Temperaturen und Salzgehalte sich in unterschiedlichen Tiefen ausgeglichen hätten. Die Messungen beruhten wahrscheinlich nur auf ungünstigen Zeitpunkten.

Über dieses Thema kann man hier diskutieren. Denn garantiert wird auch diese Theorie wieder scharf in die Kritik geraten.

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