RSS

9. UN-Artenschutzkonferenz in Bonn

27. Mai 2008

Die 9. UN-Artenschutzkonferenz - weltweit größte und bedeutendste Naturschutzkonferenz – fand in diesem Jahr in Deutschland statt. In Bonn trafen sich rund 5000 Teilnehmer aus 190 Ländern mit dem Ziel, die CBD (United Nations Convention on Bilogical Diversity) umzusetzen, das heißt im einzelnen:


- dass die biologischen Ressourcen auch mehr den Ländern zu Gute kommen sollen, aus denen sie stammen;
- dass Geld für den Artenschutz zusammen getragen wird (die Umsetzung soll unter anderem durch Abgaben und Prämien statt finden);
- dass die bereits existierenden Schutzgebiete (insbesondere der Schutz der Meeresvielfalt) noch weiter ausgeweitet und darüber hinaus auch der Schutz der Wälder intensiviert werden sollen.

Das erklärte Ziel der CBD ist darüber hinaus deren Umsetzung bis zum Jahr 2010. Von den 190 teilnehmenden Ländern haben bislang 160 einen Plan zur Umsetzung der Biosiversität vorgelegt, der der anderen 30 steht zum Teil noch aus oder wurde bislang nur teilweise abgesegnet.

1992 wurde die CBD in Rio de Janeiro beschlossen, deren Umsetzung sich 189 Staaten sowie die EU verpflichtet haben. Die UN-Artenschutzkonferenz findet seitdem einmal jährlich in den verschiedenen Ländern der teilnehmenden Staaten statt; im Jahr 2002 legte man als zeitliches Ziel der Umsetzung das Jahr 2010 fest. Obwohl sich die Konferenz den Schutz der Lebensräume und Arten zum Ziel gesetzt hat, gehen dennoch einige davon unwiederbringlich verloren, da der Verfall entweder zu weit fortgeschritten oder nicht mehr aufzuhalten ist. So geht es dabei unter anderem um die Rettung der letzten Urwälder. Greenpeace-Experte Martin Kaiser schlägt daher vor, dass Deutschland mit einem Einsatz von 2 Milliarden Euro pro Jahr als gutes Beispiel voran geht und sich die anderen Industrieländer dann dazu gesellen.

Außerdem wurden bei der UN-Artenschutzkonferenz auch die Themen Bio-Piraterie und Bio-Sprit besprochen – aufgrund der rasant ansteigenden Preise für Erdöl wird versucht, immer mehr Pflanzen anzubauen, die letztlich als Energiespender dienen sollen – was nicht selten die Lebenrsäume der eh schon ärmeren Länder bedroht und teilweise massiv gefährdet.

Ende des letzten Jahres hatte Deutschland seine Strategie zur Biodiversität präsentiert, die rund 330 Ziele sowie 430 Maßnahmen enthält.

Hinterlasse einen Kommentar:

  • Duy: Interessanter Artikel. Das Land, das den Atommüll produziert hat, sollte ihn auch fachgerecht im eigenen Land...
  • Steffen: Schön dass du die Kosten mal explizit ansprichst. Ich finde es immer etwas schockierend, wenn sich über...
  • Paulo: Würde mich ja mal interessieren, wie das aktuell damit dort aussieht. Kann man hier vielleicht mehr darüber...
  • chamaco: Diese Meinung darf uns aber nicht dazu verleiten, den Umweltschutz jetzt ganz ausser Acht zu lassen nach der...
  • HalloHerrNachbar: Wasserstoff - der Treibstoff der Zukunft http://www.youtube.com/watch?v =0owu62NgmjA

Kategorien

Archiv