Sind grüne Autos wirklich umweltfreundlich?
12. Jan 2010
Der Trend zum umweltfreundlichen Auto hält weiter an. Doch sind Elektroautos wirklich so umweltfreundlich, wie uns die Hersteller weißmachen wollen?
Von BMW bis hin zu Volvo präsentieren alle namhaften Hersteller derzeit in Detroit ihre neuen Elektroautos. Die gesamte Branche wird durch das Schlagwort „Zero Emission“ praktisch elektrisiert. Doch sind diese Autos wirklich so ein Segen für die Umwelt? Natürlich stößt so ein Fahrzeug während der Fahrt keine Emissionen aus, sein Betrieb ist jedoch alles andere als emissionsfrei. Die CO2-Emissionen werden nur einer anderen Branche zugeschoben und sind deshalb erstmal nicht mehr „sichtbar“.
Die Autobauer können reinen Gewissens behaupten, ihre Autos wären emissionsfrei, doch die Emissionen entstehen einfach nur woanders, nämlich weit weg in den Kraftwerken, der Energieversorger. Somit sind sie auch dem einzelnen Fahrzeug nicht mehr zuordenbar. Das Einzige, was damit erreicht wird, ist dass die Umweltbilanz des Individualverkehrs absolut undurchsichtig wird. Denn wie viel Gramm CO2 wirklich pro Kilometer in die Luft geblasen wird, ist nun vom Energiemix des Stromproduzenten abhängig.
Der ADAC hat für den Smart electric drive eine beispielhafte Rechnung aufgestellt:
Legt man den durchschnittlichen Energiemix in Deutschland zugrunde bläst der Smart electric drive 71 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft, was gegenüber den durchschnittlich 103 Gramm der Benzinerversion doch recht gut ist. Wird allerdings die Energiebilanz von Steinkohlekraftwerken herangezogen, die vor allem häufige Energiespitzen abdecken, sieht es mit 107 Gramm pro Kilometer schon anders aus.
Nur dann wenn die zusätzlich notwendigen Energien aus rein regenerativen Quellen kommen (Solar- Wind- Bioenergie), dann sind die neuen Elektroautos auch wirkliche Umweltschoner. Bis es aber soweit ist, sind die „Zero Emission” –Vehikel nur bessere Taschenspielertricks.
Tags: adac, detroit motor show, elektroautos, Umweltschutz, zero emission

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